Schnapsideen und Spontanplanung

Ja, da unterhält man sich mal ebenso dass man wieder segeln gehen möchte und versucht neue Mitsegler anzuwerben. Da wirft ein Freund von mir in den Raum: „Mensch, Island wär doch bestimmt auch mal cool.“ Verantwortungsbewusst und ehrlich wie ich bin weise ich darauf hin dass ich da noch nie war und das Revier nicht kenne.

Aber der Samen war gesäht…

Neugierig wie ich war habe ich dann das Netz durchsucht um Informationen über das Segelrevier Island zu finden – einfach nur so.

Und da fand ich es: Die Website einer Segelschule, die dort Törns anbietet!
Nach ein wenig suchen fand ich ein Angebot: Inseln des Nordens – Reykjavik, Färöer-Inseln, Shetland-Inseln, Orkney-Inseln, Inverness.

Mein erster Gedanke war: Mensch, wär doch ein netter Plan für’s nächste Jahr.
Und der Zweite Gedanke: Warum eigentlich erst nächstes?

Und so geht die Geschichte weiter: Urlaub beantragen (und wenn der Chef als erstes sagt „boah wie cool!“ braucht man sich um die Bewilligung glaub ich keine Sorgen mehr machen), Törn buchen, Flüge buchen, und das war’s. 14 Tage Hochseetörn, gebucht in einem einzigen Tag…

Und nun abwarten bis es losgeht….

Die ungefähre Route

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Tag 15: Die Heimreise und Epilog

Ein letztes Mal in der Karibik aufwachen. Frühstück in der Marina. Und dann ab zum Flughafen Beef Island.

Nach zwei Wochen Entspannung brachte uns die moderne Gesellschaft noch einmal eine Portion Stress: Ein Koffer mit Zahlenschloss verzögerte den Abflug. Die Flugsicherheit bestand auf eine Kontrolle des Koffers – nur saß die Besitzerin schon im Flieger! Eine halbe Stunde hin und her in der wir um unseren Abflug bangten und dann hob die kleine Propellermaschine dann doch ab Richtung St. Maarten. Anschlussflieger zum Glück erreicht.

Nun komme ich zu dem schweren Punkt abschließende Worte zu finden zu diesem Erlebnis.
10 Jahre lang habe ich geträumt von einem Segeltörn in der Karibik. Enttäuscht worden bin ich nicht, es waren wunderbare Landschaften, wunderbare Menschen, eine tolle Zeit dort. Ich hätte mir dieses Revier nicht so Touristen- und Segler-überlaufen vorgestellt (als Segler ist man ja eher Individualtourist). Auch sind die BVIs kleiner als man denkt, daher waren die Schläge eher kurz, wenig Zeit um ausgiebig zu segeln.

Was ich aber mitnehme aus diesen zwei Wochen ist: Entschleunigung. Und davon viel. Einfach mal einen Gang runterschalten, das Leben und die Welt genießen, sich keinen Stress machen.
Und das hat gut getan.

So long, bis zum nächsten Mal und euch allen immer eine handbreit Wasser unterm Kiel!

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Tag 14: Back to the Cove

Start: Leverick Bay
Ziel: Maya Cove

Ein letzter Tag auf See…

Wir verlassen North Sound und segeln an der Ostküste von Virgin Gorda nach Süden, dann weiter nach Westen Richtung Maya Cove. Die Melancholie, die für einen letzten See-Tag typisch ist liegt zusammen mit einer frischen Briese in der Luft und trägt uns weiter Richtung Heimathafen…

An besonderen Ereignissen war dieser Tag recht arm, es ging ja immer direkt zum letzten Zielpunkt. Dennoch war der Wind und die Sonne auf unserer Seite. Es war ein recht angenehmer Tag um nochmal die Segel zu hissen.

Drei Abschlussrituale erwarteten uns noch in Maya Cove.

  1. Die Bootsübergabe. Wenig spannend, da wir das Boot in gutem Zustand zurück gebracht haben
  2. Wir mussten unseren einheimlischen Begleiter, die Gitarre, eine neue Heimat geben. Michael der Mariniero meinte er wollte schon immer mal eine haben und hat sie uns prompt abgekauft.
  3. Das obligatorische letzte Essen gehen.
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Tag 13: Die Piratenbucht

Start: Bitter End Yacht Club
Ziel: Leverick Bay

Wusstet ihr dass es in der Karibik eine Sandbank gibt mit genau drei Palmen drauf?
Karibik2014_Tag13-1Was ist daran der Witz fragt ihr? Naja, die drei Palmen sind aus Plastik 🙂
Warum macht man sowas? Nun, die kleine Sandbank zwischen Virgin Gorda und Necker Island hat wohl schon so manches Schiff stranden lassen, da sie von Weitem kaum aus der Wasseroberfläche hervorragt. Was läge also näher als dort etwas draufzusetzen, was man auch von weiten sieht? In diesem Fall (künstliche) Palmen 🙂

Nach dieser kleinen Exkursion sind wir zu Drakes Anchorage weitergefahren, benannt nach dem berühmten Sir. Francis Drake (wie so Einiges hier in den BVIs). Hier befindet sich auch das Colquhoun Riff, an dem es sich lohnt zu schnorcheln.

Wir beenden unseren Trip in der Leverick Bay, wo sich an Land auch eine wunderschöne Anlage befindet, Pool und Bar inklusive.

Unsere frisch vermählten verbringen diese Nacht nicht an Bord, sondern in ihrer eigenen kleinen Honeymoon-Suite 😉

Unser Boot in voller Fahrt

Unser Boot in voller Fahrt

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Tag 12: To the Bitter End

Start: Sopers Hole
Ziel: Bitter End Yacht Club

Heute mal ein weiter Schlag!

Wir starten in Sopers Hole, an der Weststeite von von Tortola, und es geht zurück nach Virgin Gorda, diesmal an das Nordende.
Mit durchschnittlich 3-4 Bft geht es dahin, unter blauem Himmel und angenehmem Seegang. Was soll ich sagen: So soll es sein.

Um 4 pm sind wir dann in den North Sound eingelaufen, der großen Bucht am Nordende von Virgin Gorda. Unser Ziel ist der Bitter End Yacht Club am Ostende der Bucht.
Der Hafen hier ist wunderschön, kleine Häuser, ein kleiner Supermarkt (leider nicht so gut sortiert wie erhofft und eine Bar – in der wir gleich zu Anfang Daniel verloren haben, um Fußball zu schauen: Real Madrid vs. FC Bayern München 😉

Aber auch wir haben die Bar genossen – es gab leckere Pizza.

Bitter End Yacht Club

Bitter End Yacht Club

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Tag 11: …yohoho und ne Flasche voll Rum.

Start: The Bight
Ziel: Sopers Hole

Heute andersrum: Erst Schnorcheln, dann Segeln 😉
Tatsächlich sind wir recht früh aufgebrochen zu den „Indians“, einer Reihe von Felsen die westlich von Pelican Island aus dem Meer erheben. Da dieser Spot allgemein sehr bekannt ist, wollten wir möglichst früh dort sein. Es wimmelt dort von Fischen, unter anderem Barracudas. Recht bald füllen sich aber die Bojen dort, der beste Zeitpunkt für uns, abzulegen.

Weiter geht’s unter weißen Segeln nach Peter Island, in die Deadman’s Bay. Die Bucht soll ihren Namen haben von den Piraten, die auf der benachbarten Dead Chest Island ausgesetzt wurden – bei dem Versuch nach Peter Island zu schwimmen sind die meisten ertrunken und ihre leblosen Körper wurden in der Deadman’s Bay angeschwemmt.

Trotz dieser schaurigen Geschichte zählt die Deadman’s Bay zu den Schönsten in den BVIs – ein klassisches Postkartenmotiv, weshalb das Peter Island Resort and Spa auch diverse Touristen anzieht. Der Rest von Peter Island ist größtenteils unbebaut und lädt zum Wandern ein.

Drei Stunden bleiben wir dort, dann lichten wir den Anker und machen uns auf. Unter Segel geht es nach Sopers Hole. Hier ereignete sich ein hinterlistiger Mordversuch: Fabian hat versucht mich mit den leckersten Schinkennudeln der Welt um die Ecke zu bringen – es war unmöglich mit dem Essen aufzuhören!

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Tag 10: Von Buchten und Höhen

Start: Manchionell Bay
 Ziel: The Bight, Norman Island

Früh übt sich! Naja, was heißt früh… um 9 Uhr sind wir aufgebrochen. Unsere französischen Nachbarn vorm Vortag haben das Frühstück übrigens verpennt 😉

Segel hoch und auf geht’s. Zweieinhalb Stunden geht’s mit gutem Wind gen Westen, Richtung Norman Island. Auf Höhe von Pelican Island haben wir die Segel wieder geborgen und sind unter Motor in „the Bight“ eingelaufen, um dort noch eine Boje zu ergattern.

Karibik2014_Tag10-1

The Bight, Norman Island

Hier ein Wort am Rande: So wunderschön die Karibik als Revier doch ist – man kommt doch kaum dazu längere Etappen unter Segel zu fahren, wenn  man im Sir Francis Drake Kanal unterwegs ist. Nicht wegen dem Wind oder weil nicht genug Strecke da wäre; wegen der Bojen. Die BVIs scheinen überlaufen mit (vor allem amerikanischen) Seglern und die Zahl der Bojen ist begrenzt. Möchte man also eine Boje in einer schönen Bucht ergattern, so ist man gezwungen früh dort aufzuschlagen. Ankern oft nur schwer möglich wegen der rapide zunehmenden Wassertiefen außerhalb der Bucht. Wer die BVIs per Boot bereisen will muss sich mit diesem Umstand wohl also abfinden.

Mit dem Dinghi treibt es uns nochmal weiter zu „the Caves“. Diese Höhlen liegen an der Küste von Norman Island und sind ein spannendes Schnorchelrevier mit schönen Riffen und den namensgebenden Höhlen.

The Bight selbst ist aber wunderschön, wenn auch in der nähe von „Willi T“ manchmal etwas laut. Einige unserer mutigen Crew nutzen die Gelegenheit für einen Spaziergang und erkunden die Insel… wofür sie mit einem tollen Überblick über die Bucht belohnt werden.

Mutige Entdecker

Mutige Entdecker

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Tag 9: Eine ungewöhnliche Jamsession

Start:Virgin Gorda
Ziel Manchionell Bay

Karibik2014_Tag9-2Auf geht’s! Weg von Virgin Gorda, raus aus dem Hafen, Segel hoch!
Und ab in die Francis-Drake-Street. Vier Stunden segeln wir bei mäßigen Wind durch den Kanal zwischen den Inseln, bis wir Cooper Island erreichen für einen kleinen Landgang. Hier erkunden wir ein wenig den Strand, der viel von der klassischen Karibik-Atmosphäre hat – Palmen, Sandstrand….

Den Rest bis zur Manchionell Bay legen wir unter Motor zurück.
Leider sind alle Bojen in der Bucht schon belegt, also bleibt uns nichts als Ankern… am äußeren Rand der Bucht, aber es wird gehen für eine Nacht (unserem Skipper und mir aber eine unruhige Nacht bescheren – hält der Anker?).

Wir liegen gerade so für eine Stunde vor Anker, da kommt ein Boot unter französischer Flagge in die Bucht und ankert dort zwischen den Bojen.
Kaum haben die Neuankömmlinge ihr Manöver beendet, tauchen zwei von ihnen mit einer Cajon und einem Cello auf Deck auf und beginnen zu musizieren.
Natürlich lassen wir uns nicht lumpen: Gitarre geschnappt, Dingy bemannt auf geht’s!
Nach einem kurzen Ständchen werden wir an Bord gebeten und was folgt ist die ungewöhnlichste Jamsession meines bisherigen Lebens!
Unsere Gastgeber sind tatsächlich größtenteils Franzosen. Weltumsegler um genau zu sein. Während zwei von ihnen das Boot über den Atlantik gesteuert haben sind zwei weitere in der Karibik zugestiegen. Die Fünfte im Bunde ist eine Argentinierin (mit wunderschöner Singstimme) die wohl schon seit einem Jahr quasi per Boots-Anhalter um die Welt reist.

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Nach einigen Stunden des Musizierens verabschieden wir uns wieder und laden unsere „Nachbarn“ für den nachsten Tag zum Frühstück auf unser Boot ein (eine Einladung, die sie gekonnt verschlafen werden am nächsten Tag).

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Tag 8: Ein Tag im Fotomotiv

Start: Virgin Gorda Yacht Harbour
Ziel: Virgin Gorda Yacht Harbour

Heute ist Hafentag. Das Boot hat heute mal Pause. Wir aber nicht. Denn uns steht ein weiteres Highlight: „The Baths“ und die Devil’s Bay!

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Es ist nicht nur Hafentag, sondern auch Ostersonntag!

Die Felsformation die man „The Baths“ nennt ist eine berühmte Sehenswürdigkeit der Insel: Große, rund gewaschene Felsen, durchspült von türkisem Wasser, das sich in lichtdurchfluteten Höhlen sammelt… Es ist traumhaft. Und auch die Devil’s Bay ist genau wie aus dem Katalog: Weiße Sandstrände, türkises Wasser und eine Flora und Fauna, die zum stundenlangen Schnorchen einlädt. Und davon lassen wir uns natürlich nicht abbringen 😉

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Tag 7: Es wird atlantisch

Start: Little Harbour
Ziel: Virgin Gorda Yacht Harbour

Es wird Zeit für einen großen Schlag! Der Wind bläßt kräftig, die See im Francis-Drake-Kanal ist glatt. Doch uns treibt es weiter hinaus: Nördlich von Tortola entlang soll es gehen, den offenen Atlantik auf der anderen Seite.

Na, was haben die beiden Herren wohl vor...

Na, was haben die beiden Herren wohl vor…

Doch der Atlantik ist nicht zum Scherzen aufgelegt. Der Wind ist zwar auf unserer Seite, aber Seegang und Strömung sind es nicht. Wir machen kaum Fahrt Richtung Osten, auch wenn wir eigentlich scharf darauf sind, endlich mal mehr Strecke unter Segel zurückzulegen.
Nach mehreren Stunden mit kaum Fahrt über Grund müssen wir letztendlich aber im wahrsten Sinne des Wortes die Segel streichen und unter Motor weiterfahren.

Die letzte große Aufgabe stellt sich uns dann im Yachthafen am Südlichen Ende von Virgin Gorda: Anlegen in der Box bei starkem Seitenwind.

Entschädigt werden wir allerdings durch die Insel selbst. Einem Filmset gleich liegt Virgin Gorda vor uns, und sie hat noch eine Überraschung für uns auf Lager…

FEUER AN BORD! Und das ist auch gut so, denn es ist Zeit zu grillen!

FEUER AN BORD! Und das ist auch gut so, denn es ist Zeit zu grillen!

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