Start: Little Harbour Ziel: Little Harbour
Heiß auf Großsegel!
Nachdem wir uns tags zuvor mit Hummer vollgefressen hatten geht’s weiter auf große Fahrt. Heutiges Tagesziel ist vermutlich das, worauf ich mich persönlich am meisten gefreut hab: Die Soggy Dollar Bar in White Bay!
Die Bar hat ihren Namen von einer Segler-Tradition: Man ankert in White Bay und schwimmt dann an den Strand. Sein Geld steckt man sich dazu in die Badehose. Seinen Cocktail bezahlt man dann dort in bar mit – richtig! – triefnassen Dollar-Scheinen, welche die Angestellen dort dann auf Wäscheleinen zum Trocknen aufhängen.
Zuvor mussten wir uns aber einer anderen Herausforderung stellen: White Bay ist nicht nur für die Soggy Dollar Bat berühmt, sondern auch berüchtigt für die geringe Wassertiefe von ca. 3 m und für das Riff, welches die Bucht umgibt und dem Segler nur zwei Stellen lässt, über die man mit seinem Boot in die Bucht kommt.
Beeindruckt und gleichzeitig eingeschüchtert von der Wassertiefe waren wir natürlich sehr übervorsichtig bei unserem Anleger an der Boje – schließlich hätten wir ja auf Grund gehen können (ihr erinnert euch vielleicht an unseren Zwischenfall an Tag 3). Nur: Als es plötzlich schepperte, Plastiktrümmer unter unserem Boot auftauchten und die Boje nicht mehr aufzufinden war, hatten wir ein anderes Problem als die Gefahr auf Grund zu gehen – Die Tatsache dass sich die Festmachertrosse der Boje um unsere Schraubenwelle gewickelt hatte machte ein Fortkommen unmöglich. Nur irgendwie musste die Trosse da wieder weg!
Ein weiteres Kapitel von: Jörg repariert.
Wer diesen Blog aufmerksam verfolgt wird irgendwann feststellen, dass kein Törn vergeht ohne dass Jörg etwas reparieren muss an Bord. In diesem Fall war meine erlauchte Aufgabe runterzutauchen und die Schraube frei zu bekommen. Ein delikates Unterfangen wenn man an all die Geschichten denkt in denen Tauchern von Schiffsschrauben Gliedmaßen abgetrennt wurden – wenn sie Glück hatten!
Nun gut, nach einigen Apnoe-Tauchgängen und einem vorausgehenden Sicherheitshinweis („NIEMAND GEHT MIR AN DEN GASHEBEL!“) war die Trosse aus der Welle. Und wo ich grad da unten war wurde gerade noch schnell eine Leine durch die Bojenkette gezogen, mit der wir dann unser Boot fachgerecht vertäuen konnten.
Zeit für die Soggy Dollar Bar. Diese Bar könnte sogar noch idyllischer sein, wäre sie nicht voll von amerikanischen Touristen (wer sich überzeugen will: Die Bar hat sogar eine eigene Webcam, die live überträgt). Aber sie wartet auch mit einer phänomenalen Erfindung auf, dem Painkiller Cocktail. Dieses Getränk besteht aus Ananas- und Orangensaft, Coconut Cream und Pusser’s Old Navy Rum, einer Priese Muskatnuss obendrauf und dem Potential einen erwachsenen Mann aus den Socken zu hauen 🙂
Des weiteren ließ sich die Zeit dort sehr gut mit dem „Ring-Game“ verbringen sowie mit „Shut the Box“, einem Würfelspiel dass Fabian und ich ausgiebig getestet und für tauglich befunden haben.
Beenden wollten wir den Abend eigentlich in Great Harbour, um noch einen Absacker in Foxy’s Bar zu nehmen (Foxy ist, so berichten Reiseführer, eine Legende auf Jost van Dyke). Leider ereilte uns dort ein Schicksal dass scheinbar typisch ist für die B.V.I.s – keine Boje mehr frei.
Blieb uns nur ein Ausweg – zurück nach Little Harbour, um dort die Nacht zu verbringen.

















